Mario Czaja, Senator für Gesundheit und SozialesSehr geehrte Damen und Herren,

jeder von uns hofft darauf, ein hohes Alter zu erreichen und dabei physisch sowie psychisch gesund zu bleiben, um seine Selbstständigkeit auch im Alter zu erhalten. Die Lebenserwartung steigt und damit erhöht sich auch die Zahl hochbetagter älterer Menschen. Ich freue mich daher, dass die 7. Berliner Woche der seelischen Gesundheit den Schwerpunkt in diesem Jahr auf die "Seelische Gesundheit im Alter" legt und habe die Schirmherrschaft sehr gern übernommen. Seniorinnen und Senioren sind heutzutage so gesund und fit wie nie zuvor und wollen ihre Kraft nutzen, um möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Ein höheres Alter ist allerdings auch mit dem Risiko verbunden, von Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit betroffen zu sein. Dies kann mit einer psychischen Erkrankung verbunden sein. In der Fachdiskussion werden verschiedene Ursachen dafür vermutet. Für die Betroffenen, ihre Angehörigen und die Gesellschaft ist der Umgang mit diesen Themen mit großen Herausforderungen verbunden.

Besonders im letzten Jahrzehnt hat sich allerdings vieles auf diesem Gebiet getan. Es gibt Fortschritte bei der Betreuung, Pflege, Selbsthilfe und der Beratung. Dies kann dazu beitragen, Erkrankungen früher zu erkennen, besser zu therapieren und damit zu leben.

Psychisch kranke ältere Menschen sind krankheitsbedingt kaum in der Lage, selbst für ihre Rechte und gegen Stigma und Diskriminierung einzutreten; das gilt besonders für Demenzkranke. Wir müssen uns gemeinsam für eine breite Sensibilisierung sowie für die Verbesserung der Früherkennung von Demenzen und Altersdepressionen einsetzen. Die jährliche Woche der seelischen Gesundheit in Berlin setzt dafür ein bundesweit beachtetes, deutliches Signal. Sie trägt zur Aufklärung der Bevölkerung und zur Entstigmatisierung psychischer Krankheiten bei.

Das Land Berlin hat sich im Rahmen der vor kurzem beschlossenen seniorenpolitischen Leitlinien dazu bekannt, die Lebensqualität der älteren Berlinerinnen und Berliner weiter zu verbessern und ihre Mitgestaltung der Stadtgesellschaft zu sichern. Präventive Maßnahmen sollen Rückzug, Isolation und Einsamkeit bei älteren Menschen verhindern. Dazu müssen Kontakte und zwischenmenschliche Beziehungen verbessert sowie die psychomotorische und kognitive Leistungsfähigkeit erhalten und gefördert werden.

Ich danke den Veranstalterinnen und Veranstaltern der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit. Und ich danke allen, die seit Jahren dazu beitragen, dieses Thema einem breiten Publikum zu vermitteln. In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern interessante Veranstaltungen und der Woche der Seelischen Gesundheit damit viel Erfolg.

Ihr

Mario Czaja,
Senator für Gesundheit und Soziales