Mario Czaja, Senator für Gesundheit und SozialesSehr geehrte Damen und Herren, liebe Berlinerinnen und Berliner,

wir müssen in unserer Gesellschaft viel stärker registrieren, welche besondere Bedeutung psychische Erkrankung und somit auch psychische Gesundheit nicht zuletzt auch für das soziale Gefüge und die Stabilität unserer Gesellschaft hat.

Nach heutigen Erkenntnissen werden im Laufe eines Jahres ca. 30% der Bevölkerung an einer psychischen Störung erkranken und ca. 40% der Bevölkerung werden im Laufe ihres Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung leiden. Dies sind beunruhigende Tatsachen.

Psychische Erkrankungen, die speziell im Kindes- und Jugendalter auftreten, haben längst Einzug in den Alltag vieler Familien gehalten.

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist der Suizid die zweithäufigste Todesursache nach Unfällen. Die Anzahl der Suizidversuche in dieser Altersgruppe insgesamt liegt um ein Vielfaches höher. Mehr als 90% der Selbsttötungen stehen im Zusammenhang mit psychischen Problemen insbesondere der Depression.

Ebenso gehören ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ), Alkohol- und Drogensucht, die Computersucht oder die Problematik von Kindern psychisch kranker und suchtkranker Eltern dazu.

Nicht ohne Grund ist daher das Schwerpunktthema der 6. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit "Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen".

Gesunde Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft und es ist unsere Verpflichtung, ihnen ein gesundes Heranwachsen zu ermöglichen. Auch für die Kinder und Jugendlichen gilt selbstverständlich "Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit".

Mein Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren sowie allen, die die Berliner Woche der seelischen Gesundheit unterstützen und dafür sorgen, dass wir uns nun bereits zum 6. Mal über einen Zeitraum von mehr als einer Woche intensiv mit dem Thema beschäftigen. Hierbei werden in diesem Jahr speziell die Aspekte psychischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter beleuchtet und nicht nur einem Fachpublikum näher gebracht.

Mit mehr als 150 Veranstaltungen werden wir auch in diesem Jahr dafür sorgen, dass das Thema in die Öffentlichkeit rückt. Durch mehr Information wollen wir dazu beitragen, das Tabu, welches immer noch besteht, wenn es um psychische Störungen geht, und die damit oftmals verbundene Stigmatisierung der Betroffenen, abzubauen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Organisatorinnen und Organisatoren viel Erfolg, eine große öffentliche Resonanz und allen Besucherinnen und Besuchern interessante Veranstaltungen.

Mario Czaja,
Senator für Gesundheit und Soziales