v.l.n.r.: Anna Gleiniger, Dr. Bechdolf, Silvio Heinevetter, Dr. Hauth, Dr. Gilan, Dr. Götz, Ludwig Engel
v.l.n.r.: Anna Gleiniger, Dr. Bechdolf, Silvio Heinevetter, Dr. Hauth, Dr. Gilan, Dr. Götz, Ludwig Engel

Zum Start der 12Berliner Woche der Seelischen Gesundheit veranstaltete das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine öffentliche Talkrunde unter dem Motto „Gestresste Gesellschaft – was tun?“ im Maison de France. Über 100 Besucher waren an den Ku´damm gekommen, um von Experten aus verschiedenen Fachrichtungen mehr über das  Schwerpunkthema der Aktionswoche zu erfahren. 

Boris Velter, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, eröffnet die AktionswocheStaatssekretär Boris Velter eröffnet die Aktionswoche

Staatssekretär Boris Velter von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung eröffnete die Woche in Vertretung der Schirmherrin und Senatorin Dilek Kolat. Nach einer Video-Botschaft von Dr. Eckhart von Hirschhausen gab es einen spannenden Impulsvortrag von Dr. Donya Gilan vom Deutschen Resilienz-Zentrum in Mainz. Sie stellte die Resilienz oder auch seelische Widerstandskraft als ein proaktives Konzept gegen die allgegenwärtige Stressbelastung vor. Die gute Nachricht dabei lautet: Resilienz ist erlernbar und kann in jedem Lebensalter trainiert werden. Dr. Gilan sieht die Verantwortung für die seelische Gesundheit jedoch nicht nur bei jedem Einzelnen, sondern auch bei Arbeitgebern und Politikern, die den Rahmen für unser Zusammenleben vorgeben.

Spannenden Diskussionsrunde zum Thema StressSpannenden Diskussionsrunde zum Thema Stress

 Die anschließende Expertenrunde wurde von Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Past President der DGPPN geleitet. Sie befragte Fachlaute aus verschiedenen Bereichen zu Ursachen und Lösungsansätzen für den gefühlten Dauerstress, in dem sich unsere Gesellschaft befindet. Handball Nationaltorwart Silvio Heinevetter plädierte für mehr sozialen Austausch und Zusammenhalt, wie er z.B. im Mannschaftssport praktiziert wird: „Für mich ist vor allem Sport in der Gemeinschaft ein Werkzeug, das unabhängig von Alter, Geschlecht und körperlicher Fitness für mehr seelische Gesundheit sorgen kann“. Prof. Andreas Bechdolf, Psychiater und Chefarzt am Vivantes Klinikum am Urban betonte die dringend notwendige Unterstützung der jungen Menschen in Berlin. Sie haben oft ein erhöhtes Risiko für eine psychische Erkrankung und nehmen nur selten professionelle Hilfe in Anspruch. Abhilfe sollen offene Angebote wie die neue Begegnungsstätte „Soulspace“ in Kreuzberg schaffen.

 

Silvio Heinevetter, Torwart der Handball-Nationalmannschaft und Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Donya A. Gilan, Deutsches Resilienz-Zentrum MainzSilvio Heinevetter, Torwart der Handball-Nationalmannschaft, und Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee, und Donya A. Gilan, Deutsches Resilienz-Zentrum Mainz

Dr. Götz, Psychiatriekoordinator des Landes Berlin, und Ludwig Engel, StadtforscherDr. Götz, Psychiatriekoordinator des Landes Berlin, und Ludwig Engel, Stadtforscher

Welche Rolle das hektische Leben in der Großstadt Berlin für die seelische Gesundheit spielt, hat Stadt-und Zukunftsforscher Ludwig Engel im Rahmen des interdisziplinären Forums für Neurourbanistik an der Charité untersucht. Sein Fazit: Das Leben in Berlin ist viel besser als sein Ruf, da es in der Stadtlandschaft noch genügend öffentlichen Raum für Begegnung und die freie Entfaltung der Bewohner gibt. Dr. Thomas Götz, Landesbeauftragter für Psychiatrie in Berlin, sieht dennoch die Politik in der Verantwortung, mehr für die Prävention psychischer Erkrankungen zu tun. Berlin verfüge zwar über gute medizinische Versorgungsstrukturen, doch müssten die einzelnen Bereiche der öffentlichen Verwaltung noch viel stärker für das Thema sensibilisiert werden.    

Zum Abschluss des Abends stellte Anna Gleiniger, Projektleiterin bei der Online Suizidprävention U25 der Caritas, die Aktion „Ein Gespräch kann Leben retten“ vor. Dabei wollen  Ehrenamtliche und Mitarbeiter von U25 einen Tag lang in einem Sonderzug der Berliner S-Bahn mit Fahrgästen ins Gespräch kommen und über seelische Erkrankungen aufklären. Die Berliner Aktionswoche wird seit ihrer Gründung 2006 vom Berliner Senat finanziell unterstützt. Auch die Aktion Mensch hat die Auftaktveranstaltung im Rahmen ihrer Förderaktion „Noch viel mehr vor“ mitfinanziert.

Anna Gleiniger von U25 stellt die S-Bahn-Aktion vorAnna Gleiniger von U25 stellt die S-Bahn-Aktion vor


Talkrunde: Gestresste Gesellschaft – was tun?

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit lädt anlässlich des Welttags der Seelischen Gesundheit und zum Auftakt der 12. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2018 von 17:30 bis 20:00 Uhr zu einer prominent besetzten Talkrunde im Maison de France am Kudamm ein. Neben zahlreichen Experten aus dem Politik- und Gesundheitsbereich wird auch Silvio Heinevetter, Torwart der Handball Nationalmannschaft, sprechen. Er setzt sich für Sport als Maßnahme zur Stressprävention ein:

„Ich denke Sport beugt Stress vor und kann durch seine Ausgleichsfunktion zur seelischen Gesundheit beitragen. Für mich ist vor allem Sport in der Gemeinschaft ein Werkzeug, das unabhängig von Alter, Geschlecht und körperlicher Behinderung für mehr physische und psychische Gesundheit in unserer Gesellschaft sorgen kann.“

Mehr zum Thema: Deutschland ist im Dauerstress. Oder sprechen wir nur mehr darüber? Scheinbar haben immer mehr Menschen Probleme, ihren Alltag zwischen Job, Familie und Freizeit noch zu bewältigen. Wie soll man mit den gestiegenen Leistungsanforderungen umgehen? Was trägt das hektische Leben in der Großstadt zur seelischen Überlastung bei? Und vor allem: welche Lösungsideen gibt es?    

Darüber reden wir:

o   Resilienz = Geheimwaffe gegen täglichen Stress?

o   Wie mit dem Leistungsdruck besser umgehen?

o   Macht das Leben in der Großstadt uns krank? 

o   Was tun bei seelischen Krisen?

o   Wie können wir das soziale Miteinander verbessern?

 

Mit dabei:

Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Wolfgang Gaebel, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit

Thomas Götz, Landesbeauftragter für Psychiatrie

Ludwig Engel, Zukunfts- und Stadtforscher, Forschungsgruppe Neurourbanistik, Charité

Donya A. Gilan, Deutsches Resilienz-Zentrum Mainz

Prof. Andreas Bechdolf, Vivantes Klinikum am Urban und Klinikum im Friedrichshain

Anna Gleiniger, Projektleiterin U25, Online Suizid-Prävention der Caritas

Silvio Heinevetter, Torwart der Handball Nationalmannschaft

Moderation: Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Initiatorin der Berliner Aktionswoche

 

Grußbotschaft von Dr. Eckhart von Hirschhausen – Arzt, Kabarettist, Buchautor und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN

 

Veranstaltungsort: Maison de France, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin

Der Eintritt ist frei. Wir reservieren Ihnen gerne vorab Ihren Platz und freuen uns über Ihre Anmeldung per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Flyer PDF


Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr die Senatorin Dilek Kolat die Schirmherrschaft für die 12. Woche der seelischen Gesundheit übernimmt. Gemeinsam mit dem Senat für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gehört sie zu den Förderern der Berliner Aktionswoche. Hier lesen Sie das Grußwort unserer Schirmherrin:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Berlinerinnen und Berliner,

an dieser Stelle möchte ich Sie auf das Thema psychische Gesundheit aufmerksam machen. Ein Thema, das uns alle betrifft!

In diesem Jahr findet die Berliner Woche der seelischen Gesundheit bereits zum 12. Mal statt. Wie bislang auch, steht ein weiteres Mal ein aktuelles Thema im Mittelpunkt: „Gestresste Gesellschaft – Was tun?“

Bereits im World Happiness Report der UN aus dem Jahr 2013 ist nachzulesen, dass die glücklichsten Menschen in Dänemark leben, gefolgt von Norwegen und der Schweiz. In dieser Rangliste liegt Deutschland auf dem 26. Platz. Dabei geht es Deutschland wirtschaftlich betrachtet so gut wie lange nicht. Die Arbeitslosenzahlen sinken, im Durchschnitt betrachtet steigen die Einkommen und verringert sich die individuelle Arbeitszeit. Die Lebensbedingungen und die an uns zerrenden Belastungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht verschärft - man denke nur mal an die Herausforderungen des Lebens in und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Müssten wir also nicht alle glücklich und zufrieden sein? Warum entspricht die Gemütslage der Bürger nicht dieser scheinbar so rosaroten Gesamtlage unseres Landes? Warum steigen jährlich die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen? Laut Stressstudie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2016 fühlen sich 6 von 10 Menschen in Deutschland gestresst. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es hierbei kaum (63% Frauen, 58% Männer). Häufig hängt es vom persönlichen Empfinden ab, was den Stress-Level erhöht und was nicht. Dabei spielt natürlich nicht nur der Auslöser an sich eine Rolle, sondern auch die Häufigkeit, Vielfalt, die Dauer und die Intensität der Einwirkung von Stressfaktoren auf den Organismus. So vielfältig und individuell die Faktoren sind, die Stress auslösen, so vielfältig und individuell sind auch die Wege, Mittel und Methoden, ihm entgegenzuwirken und ihn zu reduzieren – seien es ganz bewusste langfristige Verhaltensänderungen, erlernbare kleinere oder auch ausgefeiltere Entspannungstechniken, mehr Bewegung und Sport oder einfach nur ein gesünderer Schlaf.

Im Rahmen der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit wollen wir versuchen, den Ursachen des Stresses und den Möglichkeiten zu seiner Reduzierung nachzugehen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen sowie auch den Veranstaltern eine erfolgreiche Woche der seelischen Gesundheit mit vielen interessanten Ideen, Anregungen und lebhaften Diskussionen.

Ihre
Dilek Kolat
Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung"


Die 12. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit findet vom 10.-20. Oktober 2018 statt. Im Fokus steht dieses Jahr das Thema:  „Gestresste Gesellschaft – Was tun?“

Deutschland ist im Dauerstress. Oder sprechen wir nur mehr darüber? Obwohl die wöchentliche Arbeitszeit sinkt, stiegen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Beschwerden wie Depressionen, Angst- und Belastungsstörungen in den letzten 15 Jahren um fast 90 Prozent. Woran liegt es, dass offenbar immer mehr Menschen Probleme haben, ihren Alltag noch zu bewältigen?

Ist es die individuelle Überforderung durch Arbeit, Ausbildung, Familie und Freizeitprogramm? Sind wir heute mehr belastet als früher durch äußere Stressfaktoren wie gesellschaftliche Krisen, ein beschleunigtes Arbeitsleben und unsichere globale Entwicklungen? Schon Schüler und Studenten stehen heute extrem unter Druck und fühlen sich zu einem großen Teil psychisch überlastet. Negative Mechanismen wie übersteigerter Perfektionismus, permanente Selbstoptimierung und Zukunftsängste sind in allen Altersgruppen weit verbreitet.

Und welche Rolle spielt das Leben in einer Großstadt wie Berlin für die seelische Gesundheit? Studien haben gezeigt, dass die Gefahr, an einer Depression zu erkranken, in der Stadt um 40 Prozent höher ist als auf dem Land. Schnell kann der Einzelne in der anonymen Masse untergehen. Das Gefühl der Einsamkeit und Isolation ist zum neuen gesellschaftlichen Phänomen geworden. 

Doch warum macht der Stress manche Menschen krank und andere nicht? Welche sinnvollen Strategien gibt es, den äußeren und inneren Druck besser zu bewältigen? Und wie kann unser Zusammenleben stressfreier gestaltet werden, um seelischen Belastungen vorzubeugen?  Wie kann eine „gesunde“ Stadtplanung aussehen und die gesellschaftliche Resilienz politisch gefördert werden? Mit all diesen Fragen möchten wir uns bei der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit beschäftigen und einem breiten Publikum praktische Hilfen und Anregungen für einen entspannten Alltag vermitteln.

Wir möchten Sie herzlich dazu einladen, sich an der 12. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit zu beteiligen. Machen Sie mit! Melden Sie Ihre Veranstaltung hier an! (Direkter Link: http://aktionswoche.seelischegesundheit.net/berlin/veranstaltung-anmelden)

Wichtig: Der Anmeldeschluss für das gedruckte Programmheft ist der 15. Juli 2018!
Veranstaltungen, die danach angemeldet werden, können noch in den Online-Kalender eingetragen werden.

Haben Sie Fragen zur Planung Ihrer Veranstaltung, zum online-Formular oder zur Aktionswoche? Kontaktieren Sie uns.

 


Zum Start der 11. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit und anlässlich des Weltkongresses der Psychiatrie in Berlin (WPA) veranstaltete das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine öffentliche Auftaktveranstaltung im Maison de France am Kudamm. Mehr als 150 Besucher waren gekommen, um sich über das Thema der Aktionswoche – die seelische Gesundheit in der digitalen Welt – zu informieren. Bestseller-Autor Prof. Manfred Spitzer eröffnete den Abend mit einer spannenden Keynote zum Thema „Digital Detox – einfach mal abschalten“. Er schilderte dabei sehr eindrücklich die gesundheitlichen Risiken und Gefahren, denen vor allem Kinder und Jugendliche bei übermäßigem Gebrauch von Smartphone und co ausgesetzt sind.

Panelteilnehmer In der anschließenden Expertenrunde unter der Leitung von Juliane Zielonka diskutierten ausgewiesene Fachleute auf dem Gebiet der seelischen Gesundheit zum Teil sehr kontrovers darüber, ob die neuen Technologien Fluch oder Segen für die Nutzer bedeuten. So betonte Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Initiatorin der Berliner Aktionswoche, die Vorteile von E-Mental-Health Angeboten und Online-Therapien für die bessere Behandlung psychischer Erkrankungen. Burnout-Experte Prof. Andreas Hillert aus München legte den Fokus auf die Risiken der digitalen Arbeitswelt, die durch ständig wachsende Überreizung ganze Berufsgruppen in die seelische Erschöpfung treibt. Laut einer aktuellen Studie hat bereits jeder fünfte Arbeitnehmer das Gefühl, innerlich ausgebrannt zu sein. Die Frage, ob die digitale Entgiftung die Lösung aller Probleme darstellt, konnte nicht eindeutig beantwortet werden. Prof. Nina Romanczuk-Seiferth, Projektleiterin der AG Spielsucht an der Charité, plädierte vielmehr für einen bewussten und achtsamen Umgang mit den neuen Medien. Diese Kompetenz muss jedoch erlernt und vor allem jungen Menschen so früh wie möglich vermittelt werden.

Die Berliner Aktionswoche wird seit ihrer Gründung 2006 vom Berliner Senat finanziell unterstützt. Auch die Aktion Mensch hat die Auftaktveranstaltung im Rahmen ihrer Förderaktion „Noch viel mehr vor“ mitfinanziert. Zum Abschluss des Abends spielte der Musiker Martin Kolbe eine Auswahl seiner „Songs from the Inside“, in denen er seine Erfahrungen mit einer bipolaren Erkrankung künstlerisch verarbeitet.  

Einen ausführlichen Rückblick und ausgewählte Pressestimmen finden Sie hier (PDF 2.15MB).