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Senatorin Dilek Kalayci (Foto: Nils Bornemann)
Senatorin Dilek Kalayci (Foto: Nils Bornemann)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Berlinerinnen und Berliner,

Die Berliner Woche der seelischen Gesundheit findet in diesem Jahr zum 14. Mal statt. Sie steht in diesem Jahr unter dem hochaktuellen Motto „Mit Kraft durch die Krise. Gesund bleiben – auch psychisch“.

Die Corona-Pandemie in ihrem gesamten Ausmaß hat uns alle überrascht. Wer hätte sich im Januar vorstellen können, dass Schulen, Kindertageseinrichtungen, der Einzelhandel, die Gastronomie und viele weitere Bereiche des täglichen Lebens über Wochen bzw. Monate schließen würden? Dass es Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht geben könnte? Dass Behörden und Verbände der Freien Wohlfahrtspflege ihre Leistungen nicht mehr wie gewohnt erbringen können?

Die AHA-Regeln – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken haben wir inzwischen gelernt, um unser Leben so normal wie möglich weiter zu führen.

Mit Kraft durch die Krise. Gesund bleiben – auch psychisch“. Dieses Motto zeigt bereits, dass es um weit mehr als Infektionsschutz geht. Wir haben Situationen erlebt, die wir uns bislang nicht vorstellen konnten. Große und kleine Unternehmen bangten um ihre Existenz, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten um ihre Arbeitsplätze und damit um die finanzielle Sicherheit ihrer Familien fürchten.

Kinder wurden via Internet beschult. Eltern mussten dies, während sie zum Teil selbst im Homeoffice arbeiteten, begleiten. Sie mussten betreuen, motivieren und trösten, wenn die Freunde so sehr vermisst wurden. Konflikte schlichten, wenn die „heimischen vier Wände einfach zu eng“ wurden. Entlastungsmöglichkeiten wie Putzhilfen oder Kinderbetreuung entfielen. Die Sorge um die schulische Bildung, die so wichtig für die Zukunft ist, war groß.

Die Befürchtung, häusliche Gewalt könnte zunehmen, hat sich leider bestätigt.

Die alten Menschen, die als Risikogruppe für schwere Verläufe benannt wurden, drohten durch die Kontaktbeschränkungen zu vereinsamen und Depressionen nahmen zu. In Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern durften keine Besuche mehr stattfinden.

Im Großen und Ganzen funktionierte der Alltag trotzdem erstaunlich gut! Dennoch: Viele Menschen konnten mit einer solchen Krise ganz gut umgehen, bei anderen wurde die Psyche schwer belastet. Wir wissen aus früheren Krisen, dass in akuten Phasen die Gesellschaft oftmals gut zusammenhält – so auch dieses Mal. Das ändert sich aber irgendwann und die Belastung kommt erst nach einem halben Jahr so richtig zu Tage. Oder man steht gar vor den Scherben der Existenz. Der Widerstand gegen die Schutzmaßnahmen wächst, auch sich verbreitende Verschwörungstheorien nähren die Ängste. Im Vergleich zu normalen Stichproben zeigen sich erhöhte Werte für Angst und Depressionen. Die Leute sind unruhiger, nervöser und haben vermehrt Schlafstörungen. Insgesamt sind das ernst zu nehmende Faktoren.

Eine besondere Herausforderung stellte für infizierte Menschen oder für Menschen mit einem Infektionsverdacht die Quarantäne dar. Hier wurde unbürokratisch eine spezielle Beratungshotline eingerichtet.

Um wie vieles härter muss die Krise mit ihren Auswirkungen Menschen mit psychischen Erkrankungen getroffen haben? Es wurden alle Anstrengungen unternommen, gerade schwer psychisch kranke Menschen in der Situation nicht allein zu lassen und besonders auch Krankenhauseinweisungen zu vermeiden - was auch weitestgehend gelungen ist –. Allerdings konnten die Betreuungsleistungen nicht wie bisher erbracht werden, sondern mussten oft in alternativer Form (per Telefon, Video) erfolgen. Es bleibt abzuwarten, ob sich daraus negative Effekte entwickeln.

Mit der diesjährigen Woche der seelischen Gesundheit haben wir nun die Möglichkeit, die Krise selbst, die Folgen und die getroffenen Maßnahmen zu reflektieren. Eine zweite Corona-Welle ist nicht auszuschließen und man kann immer dazulernen und Dinge besser machen. In diesem Sinn wünsche ich allen Veranstaltenden und Teilnehmenden einen interessanten und konstruktiven Austausch.

Ihre
Dilek Kalayci
Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung


Die Corona-Krise hat unser Zusammenleben in den letzten Monaten dramatisch verändert. Das stellt die Planung und Umsetzung der Aktionswoche Seelische Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober vor neue Herausforderungen. Wir müssen jetzt umdenken und kreative Lösungen finden! Denn gerade in diesem Jahr ist es so wichtig wie nie, dass wir über psychische Erkrankungen und seelische Gesundheit in Krisenzeiten aufklären und miteinander ins Gespräch kommen.

Unter dem Motto “Mit Kraft durch die Krise! Gesund bleiben – auch psychisch“ wollen wir die 14. Berliner Woche der seelischen Gesundheit dazu nutzen, alle interessierten Mitmenschen über die psychischen Auswirkungen der Corona-Krise aufzuklären und Mut zu machen. Lassen Sie uns gemeinsam die zahlreichen Hilfsangebote in unserer Stadt, aber auch neue digitale Technologien und praktische Methoden zur Bewältigung der Krise in den Fokus rücken. Wir freuen uns, wenn auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Berliner Kliniken, Kontakt- und Beratungsstellen, Therapiezentren, Selbsthilfegruppen und viele mehr bei der Aktionswoche dabei sind!  

Ab sofort können Sie Ihre Veranstaltung hier anmelden.

HINWEIS: Bei der bundesweiten und der Berliner Woche wird es in diesem Jahr sowohl Präsenz- als auch Online-Veranstaltungen geben. Wir können aktuell noch nicht abschätzen, wie sich die Lage im Oktober entwickeln wird, Beschränkungen wie maximale Teilnehmerzahlen werden zunehmend auf lokaler Ebene geregelt. Daher empfehlen wir, Ihre Veranstaltungen zur Aktionswoche auch mit einer digitalen Alternative zu planen. Lassen Sie sich nicht von der Technik abschrecken: Es gibt inzwischen viele benutzerfreundliche Methoden und Plattformen, um z.B. eine Veranstaltung live zu streamen, Videos oder Podcasts hochzuladen oder einen Workshop als Online-Meeting durchzuführen. Hier finden Sie einige Ideen und Tipps für Online-Veranstaltungsformate

WICHTIG: Damit Ihr Angebot – egal ob Präsenz-Veranstaltung oder Online-Angebot – zur Woche der Seelischen Gesundheit von uns beworben und von Interessierten gefunden und genutzt werden kann, melden Sie es hier online an!

Der Anmeldeschluss für das gedruckte Programmheft ist in diesem Jahr verlängert bis zum 31. Juli 2020!
Veranstaltungen, die danach angemeldet werden, können noch in den Online-Kalender eingetragen werden.

Unser Online-Angebot zur Aktionswoche 2020 „Mit Kraft durch die Krise“: Wir werden in diesem Jahr bei der Aktionswoche verstärkt auch rein digitale Angebote wie Vorträge, Seminare, Workshops, etc. bewerben. Dazu werden ab dem 10. Oktober tagesaktuell auf unserer Website und in den sozialen Medien Facebook, Twitter, Youtube und Instagram auf alle angemeldeten Online-Veranstaltungen hinweisen. Wir wollen damit die VeranstalterInnen, die sich für ein digitales Format entscheiden, unterstützen, eine größere bundesweite Reichweite und mehr TeilnehmerInnen zu gewinnen.

Unsere Auftaktveranstaltung zur Berliner und bundesweiten Aktionswoche am 9. Oktober in Berlin ist als Präsenzveranstaltung mit Video-Stream im Internet geplant. Gerne unterstützen wir auch Veranstaltungen in anderen Städten, z.B. durch eine Beratung zur Umsetzung oder unsere Expertise zu Themen und ReferentInnen. Kommen Sie auf uns zu.Nutzen Sie auch unsere Werbematerialien zum Download und folgen Sie uns auf Facebook und Twitter. Bei Fragen nehmen Sie gerne mit uns Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! auf.

 

 

 

 

 

 


Die Eröffnung der 13. Berliner Woche der seelischen Gesundheit fand im Rahmen eines Aktionstages auf dem Potsdamer Platz in Kooperation mit dem Berliner Behindertenverband BBV und Bipolaris e.V. statt. Den ganzen Tag über bot ein Markt für die seelische Gesundheit mit einem bunten Kulturprogramm den Besuchern die Gelegenheit, über 50 verschiedene Organisationen und Anbieter von Behandlungsmethoden vor Ort kennenzulernen. Am Abend fand im Festzelt die öffentliche Auftaktveranstaltung mit einer lebhaften Talkrunde zum Thema „Gemeinsam statt einsam – seelisch gesund zusammen leben“ statt. Über 100 Besucher waren an den Potsdamer Platz gekommen, um mehr über das Schwerpunkthema der Aktionswoche zu erfahren. 

Der Psychiater und Ärztliche Leiter der Fliedner Klinik, Dr. Mazda Adli lieferte mit seinem spannenden Impulsvortrag den Einstieg in die Diskussion. Einsamkeit ist keine Frage des Alters, sie betrifft aber vor allem alleinlebende Menschen und das sind in Berlin immerhin 31 Prozent aller Haushalte. Die negativen Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit werden dabei noch immer unterschätzt. Dazu Dr. Adli: „Soziale Isolation kann mittlerweile zu den stärksten negativen Prognosefaktoren gezählt werden, die wir überhaupt in der Gesundheitsforschung kennen.“

Die anschließende Expertenrunde wurde von Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Mitinitiatorin der Aktionswoche geleitet. Sie wollte von der Schirmherrin Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kalayci, wissen, was die Politik gegen den Trend zur Vereinzelung in der Gesellschaft tun kann. Die Senatorin rief dazu auf, den zunehmend vergessenen Begriff „Solidarität“ wieder neu als gesellschaftlichen Wert zu etablieren. Außerdem verwies sie auf die zahlreichen Programme zur Verbesserung der sozialen Teilhabe und nachbarschaftlicher Strukturen in den Berliner Kiezen. Hier setzt auch die Arbeit der Nachbarschaftsplattform nebenan.de an. Deren Gründer Michael Vollmann betonte die Verantwortung und das Engagement jedes Einzelnen, um das soziale Miteinander direkt vor der eigenen Haustüre zu verbessern. Initiativen wie der Tag der Nachbarschaft am 24. Mai sollen hier das nötige Bewusstsein schaffen.

Die Buchautorin und Social-Media-Expertin Kathrin Weßling betonte die Rolle der sozialen Netzwerke im Kampf gegen Einsamkeit, vor allem bei jungen Menschen. Es mache keinen Sinn, die digitale Kommunikation generell zu verteufeln: „Ich habe viele meiner Freunde und alle meine Jobs über das Netz gefunden. Das ist einfach ein Teil meines Lebens und ein Sprachrohr, das ich nutzen kann, wenn ich es möchte“. Am Ende der Diskussion waren die Teilnehmer sich einig, dass Einsamkeit und deren Vermeidung ein Thema für die Politik, aber auch für die Gesellschaft ist. Jeder kann dazu beitragen, das menschliche Miteinander in der Großstadt Berlin sozialer zu gestalten und auch diejenigen einzubeziehen, die am Rand stehen.     

Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung präsentierte der Kölner Rapper David Floyd den Song zur Aktion Grüne Schleife für mehr Akzeptanz von psychischen Erkrankungen. „Hier ist was in Bewegung“ heißt der Titel, der mehr Menschen dazu animieren will, offen über das Thema zu sprechen. Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit hat die Kampagne Grüne Schleife zum World Mental Health Day mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) gestartet und bundesweit schon über 100 000 Schleifen an Organisationen und Einzelpersonen verteilt.


Anlässlich der ersten zentralen Auftaktveranstaltung zur bundesweiten Woche der Seelischen Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober 2019 lädt das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit zur Pressekonferenz am World Mental Health Day der WFMH auf den Potsdamer Platz in Berlin ein.

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Am 10.10. findet am Potsdamer Platz gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen, Veranstalter*innen und Prominenten aus Politik und Gesellschaft der Auftakt zur Berliner und bundesweiten Woche der seelischen Gesundheit statt.

Im Fokus 2019: Gemeinsam statt einsam - seelisch gesund zusammen leben.

Mit dabei:

Dilek Kalayci, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Dr. Mazda Adli, Psychiater und Ärztlicher Leiter der Fliedner Klinik Berlin

Michael Vollmann, Mitgründer nebenan.de

Kathrin Weßling, Autorin, Journalistin und Social-Media-Expertin

Prof. Wolfgang Gaebel, Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Moderation: Dr. Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Mitinitiatorin der Berliner Aktionswoche

Außerdem: The Shit Show - eine interaktive Ausstellung

Zum Thema: Unser soziales Umfeld erfüllt verschiedene Funktionen: Freunde, Familie, Nachbarn oder Kollegen sind Gesprächspartner und emotionaler Beistand. Einsamkeit hingegen erhöht das Risiko für Stress und damit für psychische Erkrankungen sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. Schon junge Menschen sind häufig von sozialer Isolation und ihren Folgen betroffen, insgesamt geben ca. 15% der 30-60-Jährigen in Deutschland an, unter Einsamkeit zu leiden.

Darum geht es in der Talkrunde:

  • Welche Strukturen brauchen wir in der Großstadt Berlin für ein soziales und gesundes Miteinander?
  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen Einsamkeit und psychischer Gesundheit? Haben alleinlebende Menschen ein erhöhtes Risiko, zu erkranken?
  • Wie können nachbarschaftliche Projekte dazu beitragen, unsere Stadt menschlicher zu machen und Ausgeschlossene zu integrieren?

Ablauf:

Nach der Eröffnung der Woche und einem Impulsvortrag zum Thema Einsamkeit gibt es eine spannende Talkrunde mit Fachexperten*innen aus den Bereichen Gesundheit, Politik und Gesellschaft. Wir freuen uns auf Ihre Fragen zum Thema. Im Anschluss können Sie bei Musik und Getränken ins Gespräch kommen.

Wir freuen uns auf Sie, bitte melden Sie sich hier verbindlich zur Veranstaltung an.

Datum: 10.10.2019, 18:00 - 20:00 Uhr                                                                                                 

Ort: Veranstaltungszelt beim MARKTder Seelischen Gesundheit am Potsdamer Platz, Berlin