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Im Fokus 2019: „Einsamkeit“

Unser soziales Umfeld erfüllt verschiedene Funktionen: Freunde, Familie, Nachbarn oder Kollegen sind Gesprächspartner und emotionaler Beistand. Sie motivieren uns zu gemeinsamen Aktivitäten in der Freizeit und achten mit darauf, wie es uns geht. Ein gutes Sozialleben verbessert also ganz praktisch die körperliche und seelische Gesundheit.

Einsamkeit und soziale Isolation hingegen sind Risikofaktoren für verschiedene körperliche und psychische Erkrankungen. Schon junge Menschen, die beispielsweise wegen Job oder Studium in eine fremde Stadt ziehen, sind häufig von sozialer Isolation und ihren Folgen betroffen. Etwa 15% der 30-60-Jährigen in Deutschland geben an, unter Einsamkeit zu leiden Hier setzt die diesjährige Berliner Aktionswoche an: Mit Ihnen möchten wir uns der gesellschaftlichen Herausforderung Einsamkeit stellen und diese näher beleuchten:

  • Welche Strukturen brauchen wir in der Großstadt Berlin für ein soziales und gesundes Miteinander?
  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen Einsamkeit und psychischer Gesundheit? Haben alleinlebende Menschen ein erhöhtes Risiko, zu erkranken?
  • Wie können nachbarschaftliche Projekte dazu beitragen, unsere Stadt menschlicher zu machen und Ausgeschlossene zu integrieren?

Mit dabei:

  • Dilek Kalayci, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
  • Prof. Karl Lauterbach (MdB), Gesundheitsexperte der SPD
  • Dr. Mazda Adli, Psychiater und Ärztlicher Leiter der Fliedner Klinik Berlin
  • Michael Vollmann, Mitbegründer nebenan.de
  • Prof. Wolfgang Gaebel, Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Moderation:

Dr. Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Mitinitiatorin der Berliner Aktionswoche

Anmeldung erforderlich unter:
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 280 418 63

10.10.2019, 18:00 - 20:00

Markt der Seelischen Gesundheit am Potsdamer Platz
Potsdamer Platz
10785 Berlin
Veranstaltungszelt

 


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Berlinerinnen und Berliner,

die Berliner Woche der seelischen Gesundheit findet in diesem Jahr zum 13. Mal statt.

Das diesjährige Schwerpunktthema lautet „GEMEINSAM STATT EINSAM - SEELISCH GESUND ZUSAMMEN LEBEN“

In Berlin lebt in rund der Hälfte aller Haushalte nur eine Person.

Die Ursachen sind so vielfältig wie das Leben. Manchmal ist die Situation gewollt oder vorübergehend, aber daraus kann auch langfristige Einsamkeit oder soziale Isolation folgen. Die Partnerin oder der Partner stirbt oder eine Partnerschaft wurde beendet, man wird arbeitslos oder erwerbsunfähig, das Geld wird knapper, man kann sich gemeinsame Aktivitäten mit Freundinnen und Freunden nicht mehr leisten. Krankheit oder Behinderung können ebenso der Auslöser dafür sein, dass eine Teilnahme an der Gesellschaft nicht mehr stattfindet. Oder man rutscht ab in eine Suchterkrankung, was häufig die Ursache dafür ist, dass sich Familie oder Freunde abwenden. Möglicherweise ist man auch wegen eines guten Stellenangebotes aus einem Dorf oder einer Kleinstadt mit funktionierenden familiären oder nachbarschaftlichen Strukturen nach Berlin gezogen. Man verliert dadurch bisherige Freundinnen und Freunde und Bekannte aus dem Blick und findet nicht sofort neuen Anschluss.

Auch andere soziale Situationen können ausgrenzend wirken: Alleinerziehende haben häufig weder das Geld noch die Zeit sich im Rahmen von Hobbys mit Freunden zu treffen oder abends mal spontan ein Café aufzusuchen. Auch pflegende Angehörige kranker Menschen verlieren nicht selten den Anschluss an die Gemeinschaft. 

Forscherinnen und Forscher betonen seit Langem, dass diese Einsamkeit Auswirkungen auf die Psyche hat.

Die betroffenen Personen sind anfälliger für Depressionen, Suizidgedanken und Angststörungen. Der psychische Stress von Einsamkeit kann außerdem zu erhöhtem Blutdruck und in der Folge zu Herzerkrankungen führen.

Die Großstadt kann bereits durch die Architektur Einfluss auf unsere Psyche haben. Hinterhöfe, Fassaden Gärten, Parks. Haben wir noch die Möglichkeit unser Auge in die Ferne blicken zu lassen? Sehen wir auch ein Stückchen Natur oder nur Beton?

Wir brauchen Räume, in denen wir uns begegnen können, wo neue Beziehungen im eigenen Lebensumfeld entstehen können, wenn aus unterschiedlichsten Gründen keine Familie oder auch kein Freundeskreis vorhanden ist.

Nun sind die Räume nur die Schaffung von Möglichkeiten. Die Menschen müssen es auch wollen und bereit sein, aufeinander zuzugehen.

Wenn wir wieder einmal in der Zeitung lesen, dass ein Mensch mehrere Wochen tot in seiner Wohnung lag, bis er gefunden wurde, sind wir entsetzt, aber wissen wir wirklich, wann wir unsere Nachbarn oder die ältere Dame, die im Haus gegenüber oft aus dem Fenster schaut, zuletzt gesehen haben? Und selbst wenn uns auffiele, dass wir diese Dame schon längere Zeit nicht gesehen haben, würden wir hinübergehen, ihr Klingelschild suchen und bei ihr direkt nachfragen?

Die Ursachen von Einsamkeit lassen sich im Vergleich zu Lösungsansätzen noch relativ leicht ermitteln. Im Rahmen der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit wollen wir versuchen, Möglichkeiten zu finden, wie jeder seinen individuellen Beitrag zum Abbau der Einsamkeit beisteuern kann.

Es wäre schön, wenn sich die Menschen dieser Stadt wieder verstärkt umeinander kümmern würden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, sowie auch allen Veranstaltern, eine erfolgreiche Woche der seelischen Gesundheit mit vielen interessanten Begegnungen, Anregungen und lebhaften Diskussionen.

Ihre

Dilek Kalayci

Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung“

 


Die 13. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit findet vom 10.-20. Oktober 2019 statt. Im Fokus steht dieses Jahr:  „Gemeinsam statt einsam - seelisch gesund zusammenleben“

Unser soziales Umfeld erfüllt verschiedene Funktionen: Partner, Freunde, Familie, Nachbarn oder Kollegen sind Gesprächspartner und emotionaler Beistand, sie motivieren uns aber auch zu gemeinsamen Aktivitäten in der Freizeit und achten mit darauf, wie es uns geht. So verbessert ein gutes soziales Umfeld ganz praktisch die körperliche und seelische Gesundheit. Einsamkeit und soziale Isolation dagegen werden heute als Risikofaktor für verschiedene (psychische) Erkrankungen identifiziert. Dabei spielen auch sozioökonomische Aspekte eine große Rolle: Faktoren wie Alter, chronische Erkrankungen oder Armut können das Risiko erhöhen, gesellschaftlich isoliert zu werden und an den Folgen der Einsamkeit zu erkranken. Aber auch junge Menschen, die z.B. wegen Job oder Studium in eine fremde Stadt ziehen, sind immer häufiger von Isolation und ihren Folgen betroffen. Etwa 15% der 30-60jährigen in Deutschland geben an unter Einsamkeit zu leiden - eine große gesellschaftliche Herausforderung, die wir im Rahmen der Aktionswoche näher beleuchten möchten.

o Welche Strukturen brauchen wir in der Großstadt Berlin für ein soziales und gesundes Miteinander? Welche sozialen Faktoren und Rahmenbedingungen fördern ein Leben in Gemeinschaft

o Welcher Zusammenhang besteht zwischen Einsamkeit und psychischer Gesundheit? Haben allein lebende Menschen ein erhöhtes Risiko, zu erkranken?

o Wie können ehrenamtliche Projekte dazu beitragen, unsere Gesellschaft menschlicher zu machen und Ausgeschlossene zu integrieren? (Stichwort Nachbarschaftshilfe, Stammtisch)

o Welche zivilgesellschaftlichen Ressourcen haben wir, um Einsamkeit vorzubeugen?

o Wie kann man psychisch erkrankten Menschen helfen, nicht in die Isolation zu geraten?

o Herausforderung unserer alternden Gesellschaft: Was tun gegen Einsamkeit im Alter?

o Brauchen wir einen Regierungsbeauftragten für Einsamkeit nach britischem Vorbild?

Mit all diesen Fragen möchten wir bei der Berliner Woche der Seelischen Gesundheit 2019 wieder mit Ihnen in den Dialog kommen.

Aktuelles zur Aktionswoche finden Sie auch auf unserer Facebook Seite Haben Sie Fragen zur Planung Ihrer Veranstaltung, zum online-Formular oder zur Aktionswoche? Kontaktieren Sie uns.

 


v.l.n.r.: Anna Gleiniger, Dr. Bechdolf, Silvio Heinevetter, Dr. Hauth, Dr. Gilan, Dr. Götz, Ludwig Engel
v.l.n.r.: Anna Gleiniger, Dr. Bechdolf, Silvio Heinevetter, Dr. Hauth, Dr. Gilan, Dr. Götz, Ludwig Engel

Zum Start der 12Berliner Woche der Seelischen Gesundheit veranstaltete das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine öffentliche Talkrunde unter dem Motto „Gestresste Gesellschaft – was tun?“ im Maison de France. Über 100 Besucher waren an den Ku´damm gekommen, um von Experten aus verschiedenen Fachrichtungen mehr über das  Schwerpunkthema der Aktionswoche zu erfahren. 

Boris Velter, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, eröffnet die AktionswocheStaatssekretär Boris Velter eröffnet die Aktionswoche

Staatssekretär Boris Velter von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung eröffnete die Woche in Vertretung der Schirmherrin und Senatorin Dilek Kolat. Nach einer Video-Botschaft von Dr. Eckhart von Hirschhausen gab es einen spannenden Impulsvortrag von Dr. Donya Gilan vom Deutschen Resilienz-Zentrum in Mainz. Sie stellte die Resilienz oder auch seelische Widerstandskraft als ein proaktives Konzept gegen die allgegenwärtige Stressbelastung vor. Die gute Nachricht dabei lautet: Resilienz ist erlernbar und kann in jedem Lebensalter trainiert werden. Dr. Gilan sieht die Verantwortung für die seelische Gesundheit jedoch nicht nur bei jedem Einzelnen, sondern auch bei Arbeitgebern und Politikern, die den Rahmen für unser Zusammenleben vorgeben.

Spannenden Diskussionsrunde zum Thema StressSpannenden Diskussionsrunde zum Thema Stress

 Die anschließende Expertenrunde wurde von Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Past President der DGPPN geleitet. Sie befragte Fachlaute aus verschiedenen Bereichen zu Ursachen und Lösungsansätzen für den gefühlten Dauerstress, in dem sich unsere Gesellschaft befindet. Handball Nationaltorwart Silvio Heinevetter plädierte für mehr sozialen Austausch und Zusammenhalt, wie er z.B. im Mannschaftssport praktiziert wird: „Für mich ist vor allem Sport in der Gemeinschaft ein Werkzeug, das unabhängig von Alter, Geschlecht und körperlicher Fitness für mehr seelische Gesundheit sorgen kann“. Prof. Andreas Bechdolf, Psychiater und Chefarzt am Vivantes Klinikum am Urban betonte die dringend notwendige Unterstützung der jungen Menschen in Berlin. Sie haben oft ein erhöhtes Risiko für eine psychische Erkrankung und nehmen nur selten professionelle Hilfe in Anspruch. Abhilfe sollen offene Angebote wie die neue Begegnungsstätte „Soulspace“ in Kreuzberg schaffen.

 

Silvio Heinevetter, Torwart der Handball-Nationalmannschaft und Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Donya A. Gilan, Deutsches Resilienz-Zentrum MainzSilvio Heinevetter, Torwart der Handball-Nationalmannschaft, und Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee, und Donya A. Gilan, Deutsches Resilienz-Zentrum Mainz

Dr. Götz, Psychiatriekoordinator des Landes Berlin, und Ludwig Engel, StadtforscherDr. Götz, Psychiatriekoordinator des Landes Berlin, und Ludwig Engel, Stadtforscher

Welche Rolle das hektische Leben in der Großstadt Berlin für die seelische Gesundheit spielt, hat Stadt-und Zukunftsforscher Ludwig Engel im Rahmen des interdisziplinären Forums für Neurourbanistik an der Charité untersucht. Sein Fazit: Das Leben in Berlin ist viel besser als sein Ruf, da es in der Stadtlandschaft noch genügend öffentlichen Raum für Begegnung und die freie Entfaltung der Bewohner gibt. Dr. Thomas Götz, Landesbeauftragter für Psychiatrie in Berlin, sieht dennoch die Politik in der Verantwortung, mehr für die Prävention psychischer Erkrankungen zu tun. Berlin verfüge zwar über gute medizinische Versorgungsstrukturen, doch müssten die einzelnen Bereiche der öffentlichen Verwaltung noch viel stärker für das Thema sensibilisiert werden.    

Zum Abschluss des Abends stellte Anna Gleiniger, Projektleiterin bei der Online Suizidprävention U25 der Caritas, die Aktion „Ein Gespräch kann Leben retten“ vor. Dabei wollen  Ehrenamtliche und Mitarbeiter von U25 einen Tag lang in einem Sonderzug der Berliner S-Bahn mit Fahrgästen ins Gespräch kommen und über seelische Erkrankungen aufklären. Die Berliner Aktionswoche wird seit ihrer Gründung 2006 vom Berliner Senat finanziell unterstützt. Auch die Aktion Mensch hat die Auftaktveranstaltung im Rahmen ihrer Förderaktion „Noch viel mehr vor“ mitfinanziert.

Anna Gleiniger von U25 stellt die S-Bahn-Aktion vorAnna Gleiniger von U25 stellt die S-Bahn-Aktion vor


Talkrunde: Gestresste Gesellschaft – was tun?

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit lädt anlässlich des Welttags der Seelischen Gesundheit und zum Auftakt der 12. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2018 von 17:30 bis 20:00 Uhr zu einer prominent besetzten Talkrunde im Maison de France am Kudamm ein. Neben zahlreichen Experten aus dem Politik- und Gesundheitsbereich wird auch Silvio Heinevetter, Torwart der Handball Nationalmannschaft, sprechen. Er setzt sich für Sport als Maßnahme zur Stressprävention ein:

„Ich denke Sport beugt Stress vor und kann durch seine Ausgleichsfunktion zur seelischen Gesundheit beitragen. Für mich ist vor allem Sport in der Gemeinschaft ein Werkzeug, das unabhängig von Alter, Geschlecht und körperlicher Behinderung für mehr physische und psychische Gesundheit in unserer Gesellschaft sorgen kann.“

Mehr zum Thema: Deutschland ist im Dauerstress. Oder sprechen wir nur mehr darüber? Scheinbar haben immer mehr Menschen Probleme, ihren Alltag zwischen Job, Familie und Freizeit noch zu bewältigen. Wie soll man mit den gestiegenen Leistungsanforderungen umgehen? Was trägt das hektische Leben in der Großstadt zur seelischen Überlastung bei? Und vor allem: welche Lösungsideen gibt es?    

Darüber reden wir:

o   Resilienz = Geheimwaffe gegen täglichen Stress?

o   Wie mit dem Leistungsdruck besser umgehen?

o   Macht das Leben in der Großstadt uns krank? 

o   Was tun bei seelischen Krisen?

o   Wie können wir das soziale Miteinander verbessern?

 

Mit dabei:

Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Wolfgang Gaebel, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit

Thomas Götz, Landesbeauftragter für Psychiatrie

Ludwig Engel, Zukunfts- und Stadtforscher, Forschungsgruppe Neurourbanistik, Charité

Donya A. Gilan, Deutsches Resilienz-Zentrum Mainz

Prof. Andreas Bechdolf, Vivantes Klinikum am Urban und Klinikum im Friedrichshain

Anna Gleiniger, Projektleiterin U25, Online Suizid-Prävention der Caritas

Silvio Heinevetter, Torwart der Handball Nationalmannschaft

Moderation: Iris Hauth, Ärztliche Direktorin Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee und Initiatorin der Berliner Aktionswoche

 

Grußbotschaft von Dr. Eckhart von Hirschhausen – Arzt, Kabarettist, Buchautor und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN

 

Veranstaltungsort: Maison de France, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin

Der Eintritt ist frei. Wir reservieren Ihnen gerne vorab Ihren Platz und freuen uns über Ihre Anmeldung per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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